Wer ich bin

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Sonntag, 8. Juni 2014

Serie: Das Ende einer Ära!? #5

Ruhig war es hier die letzten Wochen und viel ist passiert.
Nachdem ich hier schon wochenlang mit einem Milchstau kämpfte, wurde es irgendwann so schlimm, dass ich in die 1. Hilfe ging. Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass mich die Ärztin wegen eine Mastitis in der rechten Brust stationär aufnehmen würde.
Ich war in einem Krankenhaus, in dem ich nicht mit Kind (Baby) aufgenommen wurde. Ob das gut oder schlecht war? Hmm, ich bin unschlüssig. Einerseits hätte ich mich die ersten Tage nicht wirklich um mein Kind kümmern können und war froh, dass ich einfach nur schlafen konnte, um die Schmerzen etwas auszublenden. Andererseits war das für unsere Stillbeziehung natürlich suboptimal. Auch wenn ich noch kämpfe, beschleicht mich immer mehr das Gefühl, dass unsere Stillzeit zu Ende ist und ich fühle mich irgendwie dazu genötigt. Die Milchproduktion mit einer Handpumpe während des Krankenhausaufenthaltes in Gang zu halten, war schon anstrengend. Aber dass das kleine Milchmonster die Brust anschließend verweigert, macht die ganze Situation nicht besser. So langsam aber stetig, stellt die Brust dann die Milch ein, denn im ganz normalen Alltagswahnsinn komme ich natürlich nicht dazu regelmäßig abzupumpen wie im Krankenhaus.
Der plötzliche Wechsel von Muttermilch auf Pulvermilch hat meinem Milchmonster (passt da eigentlich noch der Spitzname?) ordentlich Verstopfung beschert. Meine Mutter hatte damit ganz schön zu kämpfen und ich ziehe meinen Hut vor ihr. Zeitgleich bin ich wirklich froh, dass ich diese schwierige Phase nicht mit machen musste ;D
Soweit entwickelt sich Monsterchen also gut. Er hat artig auf Mami gewartet, eh er nun auch den nächsten Entwicklungssprung gemacht hat. Genau an dem Tag, an dem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hatte er sprichwörtlich den Dreh raus. Vom Bauch auf den Rücken konnte er sich schon länger drehen, weil er es doof fand auf dem Bauch zu liegen. Aber die umgekehrte Variante ließ bis zu jenem Samstag auf sich warten. Seitdem macht natürlich Bauchliegen auch viel mehr Spass! Motorisch sind sich meine Kinder sehr ähnlich. Auch mein Zitronenhai (neuer Spitzname meines Großen, ich erläutere irgendwann man in einem anderen Post wie es dazu kam) entdeckte mit 6.5-7 Monaten die Vorteile dieser Bewegung.
Aber das war lange noch nicht alles! Nun muss ich mich auch daran gewöhnen, dass ich hier bald kein entzückendes zahnloses Lächeln mehr habe. Die ersten zwei Schneidezähne sind durchgebrochen. Jetzt geht alles Schlag auf Schlag und mit halben Sachen geben wir uns hier schon gar nicht zufrieden!
Auch beim Zitronenhai stehen neue Wege an. In weniger als 8 Wochen geht für ihn die Vorschule los. Wieder ein Schritt Richtung “groß werden” (erwachsen werden klingt doof). Ich bin ja etwas co-aufgeregt. Das 1. Mal, wo es dann auch keine Eingewöhnung geben wird. Mama gibt ihn an der Tür ab und geht. Das war’s.
Wo zum Henker noch mal ist die Zeit geblieben? Nein, ich bin nicht alt. Aber ich fühle mich alt. Vor allem, wenn ich seit Jahren mal wieder eine Grundschule betrete, um mein eigenes Kind dort anzumelden!
Irgendwie mag ich nicht, dass meine Kinder so schnell wachsen. Ich mag sie noch klein und speckig und mamabezogen. Das geht mir alles viel zu schnell und gleichzeitig ist alles einfach wunderbar aufregend!
Und deswegen halten wir in zwei Wochen zumindest gefühlsmäßig die Zeit etwas an und fliegen in unseren 1. Familienurlaub! Den haben wir uns nach der turbulenten Zeit, die hinter, aber auch vor uns liegt, nämlich wahrlich verdient Smiley

In diesem Sinne wünsche ich euch ein wundervolles Pfingstwochenende!

Mittwoch, 16. April 2014

Serie: Brief an mein(e) Kind(er)! #3


Meine süßen Jungs,

jeden Tag wird mir bewusst, wie sehr ich euch liebe. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass ich es euch nicht ausreichend zeige.

Insbesondere dir, mein süßer Chaoszwerg! Aber manchmal bist du einfach verdammt anstrengend und das meine ich nicht vorwurfsvoll. Jeden Tag entdecke ich immer mehr mich selber in dir.

Du bist so begeisterungsfähig und gleichzeitig gehemmt in neuen Situationen. Eine explosive Mischung, die einen oft frustriert! Manchmal hast du einfach auch keine Geduld und auch das ist eine Tugend, die nicht zu meinen Stärken gehört ;-) Du bist temperamentvoll und gibst dich deinen Gefühlen hin, insbesondere, wenn dich etwas stört und verärgert. Es ist manchmal einfach anstrengend, sich selber zu erleben und damit umgehen zu müssen, wozu man eigentlich Andere tagtäglich nötet – grins. Aber ich bin auch so stolz auf dich, so wie du auf dich stolz bist, wenn du dich über neu erlernte Fertigkeiten freust.

Es ist nicht leicht, für uns beide, aber du wirst nun immer selbstständiger und das ist gut so. Ich habe dich dahingehend zu wenig gefördert, hatte zu viel Angst um dich. Ich konnte dich auf Spielplätzen nicht so klettern lassen, wie es andere Eltern taten. Denn ich hätte dich im Falle eines Sturzes nicht auffangen können, wie es die Papas da draußen können. Alles hat eben seine Vorteile. Ich hatte nie Probleme damit, dass ich mit 158cm nicht so groß bin, aber seit ich dich habe, habe ich auch die negativen Seiten erkannt. Nicht alles ist negativ! Z.B. kann ich dafür mit dir in die kleinsten Häuser krabbeln und die höchsten Klettergerüste erklimmen, weil ich überall hereinpasse. Etwas, was deinem Papa mit seiner Größe sehr schwer fallen würde ;-)

Dafür bist du für dein Alter schon sehr zuverlässig. Das hat mir auch erst deine Kindergärtnerin vor kurzem bestätigt. Man kann dich schon alleine Zuhause lassen und mal geschwind eine kleine Gassirunde mit dem Hund gehen, schnelll Milch besorgen oder dir die Bespaßung deines Bruders übertragen, während Mama kurz duschen geht. Seit Neustem kannst du auch endlich die Knöpfe an Hosen eigenständig schließen. Prompt ist unser Hosen-Problem gelöst. Jetzt möchtest du sogar gerne Knopf-Hosen tragen, weil du nach einem Toilettengang nicht mehr mit offenen Hosenstall durch die Kita laufen musst. Du machst sie jetzt einfach selber zu ;-) So lange mussten wir dafür auch nicht üben, aber dich überhaupt zum Üben zu animieren, war schon eine Herausforderung. Du möchtest alles jetzt auf gleich. Ich kenne das Gefühl zu gut, aber manche Dinge fliegen einem nicht zu, man muss sie lernen und erlernen durch Wiederholungen. Mit dieser bitteren Pille kann ich bis heute nur schwer leben.

Ich muss gerade Schmunzeln, denn dein Bruder liegt draußen im Flur in der Kinderwagentasche und wacht gerade auf. Er war gerade schwer beschäftigt, dem Knattern seines Popos zu urteilen – lach. Die Laute, die er dazu von sich gibt, sind einfach herrlich! Auch er hat in den letzten Wochen viel gelernt; seine Hände und ihre Funktionen entdeckt. Er greift nach allem, auch wenn die Koordination oft noch nicht so funktioniert. Seine Füße schaut und fasst er nun mehr immer staunend an. Er weiß noch nicht, was er damit in wenigen Monaten vollbringen kann.

Nach wie vor bekommst nur DU ihn zum lauten Lachen! Milchmonster grinst viel und gerne und es ist nicht schwer, ihn dazu zu animieren. Aber das er wirklich lauthals lacht – dazu bekommt ihn nur sein großer Bruder!

Weißt du, was ich sooo süß finde? Wie DU dich daran erfreuen kannst, wenn dein kleiner Bruder neue Dinge erlernt. Mein großer Schatz, diese ehrliche Anerkennung, diese wunderbare Freude – das ist eine besondere Gabe! Erhalte sie dir, diese ehrliche Freude. Das ist etwas ganz Besonderes! So viele Menschen haben es heutzutage verlernt, sich über die Fortschritte anderer zu erfreuen.






In Liebe

Eure Mama



Sonntag, 16. März 2014

Serie: Das Leben als Zweifache-Jungs-Mama oder alleine unter Männern #2

Wie ihr gemerkt habt, war es hier einige Tage etwas ruhiger. Das hat mehrere Gründe: Zum einen wollte ich, dass der Post bezüglich der ErMahnwache in Berlin eine Weile No. 1 bleibt, weil es einfach ein wichtiges Thema ist und dieses Thema noch viel zu wenig Gehör findet. Zum anderen habe ich privat gerade etwas zu klären. Das zu erläutern gehört allerdings nicht hierher.

Nichtsdestotrotz haben wir ja schon wieder Mitte des Monats und es ist Zeit für einen Rückblick :-)

Oft liege ich zur Zeit einfach nur in meinem Bett, das Milchmonster nuckelt an meiner Brust, ich schließe die Augen und verfolge ganz intensiv seine Berührungen. Es ist einfach so wundertoll wie seine kleine Hand vorsichtig an meinem Arm greift, streichelt, ganz zart. Ok, soll ich ehrlich sein? Manchmal kann er mittlerweile auch schon ganz schön gut in die Brust kneifen ;-) Aber selbst das genieße ich einfach nur, weil mein Baby dabei so zufrieden schmatzt und gluckst. Ich bin so erstaunt, dass wir mittlerweile schon 4 Monate voll #stillen.


Ja, einige Mamas werden jetzt sagen: Worrauf kann man da stolz sein? Es ist doch das normalste auf der Welt!?


Stimmt! Aber bei meinem großen Sohn war das nicht so einfach mit dem Stillen. Ich habe ja schon mal angerissen, dass ich vermute, dass der Chaoszwerg aufgrund der schwierigen Geburt mit Saugglocke eine Blockade hatte und deswegen ein Art 24-Stunden-Baby war, wie man so schön sagt. Oder es war einfach sein Charakter und meine Unerfahrenheit; so wirklich erfahren werden wir es nie. Das Stillen klappte zwar, aber nicht reibungslos. Zwar trank er gut, aber er war auch sehr unruhig und wollte partout nicht abgelegt werden. Schlafen? Fehlanzeige! Wenn er mal ganz gut drauf war, durfte ich mich hinlegen, wenn er in meinem Arm eingeschlafen war. Alleine ablegen? No way! Meine Hebamme motivierte mich zwar weiterzustillen, aber irgendwann lagen die Nerven blank. Das man sein Baby nicht mal für 5min ablegen konnte, um das stille Örtchen aufzusuchen, ohne das das Haus zusammengeschrien wurde - und das, obwohl das Kind eine saubere Windel trug und gesättigt war - schien auf Dauer ein unertragbarer Zustand. Also schlug irgendwann doch die Verzweiflung zu, die sich die gutgemeinten, alten Ratschläge der anderen erfahrenen Mütter zu Herzen nahm. Zuerst wurde an die Brust angelegt, anschließend wurde noch mit Flasche und Pulvernahrung gefüttert. Da er nach dem Stillen auch durchaus immer noch eine Flasche leer trank, schien des Rätsels Lösung gefunden zu sein. Das arme Kind hatte einfach nur Hunger! Rückblickend sage ich allerdings: Ruhiger wurde er zwar, allerdings erst Monate später. Es stand also in keinem Zusammenhang damit, dass er hungrig war und die Brust nicht reichte. Seine ständige Unruhe und Unzufriedenheit als Baby muss also an etwas anderem gelegen haben. Aber überall, wo man seine Problematik vortrug, wurde es natürlich immer gleich auf das Stillen geschoben. Ansonsten war er, angeblich, kerngesund.
Ein Stillereignis blieb mir sehr in Erinnerung, weil es eine kurze Zeit war, wo es kein Kampf war und der Chaoszwerg trotzdem zufrieden schien. Es war Anfang Oktober 2009 und meine Mutter musste auf eine Geschäftsreise. Ich war das erste Mal so ganz alleine mit meinem Zwerg und zwei Hunden. Davor genoss ich ja den vollumfänglichen Familienschutz Zuhause. Es waren nur ein paar Tage, ein paar Tage, die wir für einen Neustart bezüglich des Stillens nutzen konnten. Ein Neustart, der auch gelang, denn plötzlich brauchten wir keine zusätzliche Flasche mehr! Das hielt dann noch mal 2-3 Wochen, bis ich dann doch wieder schwach wurde. Und mit rund 6 Monaten und Einführung der Beikost hatte es sich dann auch von alleine erledigt.

Und deswegen ist es für mich so ein Genuss, dass mein Milchmonster bisher noch keine Flasche gesehen hat (zumindest fast; die Prüfungstage zählen nicht ;-)). Und trotzdem wächst und gedeiht er prächtig. Ohne großes Tamtam, ohne große Probleme, ohne Geschrei. Damit habe ich auch die Vermutung widerlegt, ich hätte nicht genug Milch und könnte einfach nicht vollstillen. Sicher, die Kinder werden auch heute satt und ich bin dankbar für diesen Fortschritt, denn natürlich gibt es auch wirklich einfach die Situation, dass die Milch nicht reicht. Und ich hatte im Akt der Verzweiflung auch darauf zurückgegriffen. Dennoch denke ich, ist das eher seltener der Grund, weswegen das Stillen nicht funktioniert. Bei vielen abstillenden oder zufütternden Müttern ist es das soziale Umfeld, das sich ungefragt mit einmischt, Unwissenheit, die falsche Technik, Stress... es gibt sicher vielerlei Gründe. Ich kann nur für mich sprechen und da hat es an meinem Bewusstsein als Mutter genagt, dass ich mein Kind nicht ernähren konnte und Hilfe brauchte. Da half es auch nichts, dass mir so lachs gesagt wurde, dafür sei die Industriemilch doch da.

Ich weiß, dass mich einige Flaschenmuttis für die folgenden Worte jetzt steinigen werde. Deswegen schicke ich auch mal vorraus, dass ich niemanden verurteile, der nicht stillt (weil er nicht kann oder nicht möchte). Und ich unterstelle auch keiner Mama damit, dass sie ihr Kind weniger liebt, wenn man sich gegen das Stillen entschieden hat!  Aber ich schreibe diese empfindsamen Worte auch, um vielleicht der einen oder anderen, die gerade kurz davor steht, Mut zu machen. Mut zu machen, länger durchzuhalten. Mut zu machen, für sich und das Kind einzustehen und dafür vielleicht der Verwandschaft mal vor den Kopf zu treten. Mut zu machen, sich mit sich selber auseinanderzusetzen und seelischen Wunden die Chance zu geben zu heilen. Mut zu machen, sich diese Zeit einfach zu nehmen; ungeachtet des Haushaltes und der Bedürfnisse anderer. Aber auch Mut zu machen, manche Gegebenheiten einfach hinzunehmen.
Stillen ist (ähnlich wie die Geburt) ein sehr spirituelles und intimes Erlebnis und es vertieft das seelische Band zwischen Mutter und Kind.
Die (Ver-)Bindung zu meinem Milchmonster ist jetzt schon so tief und innig, das war damals bei meinem Großen nicht so. Ich spürte zwar auch da, wie mit jedem Tag die Liebe wuchs, aber dennoch empfand ich manche Situationen befremdlicher und das Stillen war durchaus mit viel Frust bespickt. Dabei lagen unsere Probleme wahrscheinlich nicht mal beim Stillen an sich, aber da sich zu der Zeit kein anderer Sündenbock gefunden hatte, musste es dafür gerade stehen. Vielleicht hatte ich damals dazu auch noch eine leichte Wochenbettdepression, aufgrund der Trennung und der daraus resultierenden stressigen Schwangerschaftszeit. Wer weiß...
Ich bin auf jeden Fall manchmal heute noch traurig und wütend, dass mir und meinem Chaoszwerg eine schöne Stillzeit verwehrt blieb und finde das auch etwas ungerecht vom Leben getaktet. Gleichzeitig grusel ich mich richtig vor dem Gedanken, denn ich weiß, jetzt muss ich das Loslassen wohl erst mal lernen. Aber ich muss es lernen. Dabei kann ich mir momentan noch gar nicht die Zeit ohne unsere schönen Still-Auszeiten im Alltag ausmalen. Mir fällt es sowieso so unglaublich schwer, mein Milchmonster in andere Hände zu geben. Aber wie sagte Goethe so schön:


"Zwei Dinge sollen Kindern von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel."


Schlussendlich ist aber vor allem eines wichtig: Der Ist-Zustand, der dann perfekt ist, wenn ich meine beiden Kinder im Arm halten kann! Und gerade was den Chaoszwerg angeht, werden diese Momente doch immer seltener. Immerhin ist er bald ein Vorschulkind. Da ist es nicht mehr so cool, ständig von Mutti abgeknutscht und -gekuschelt zu werden.




Mittwoch, 12. Februar 2014

Serie: Das Leben als zweifache Jungs-Mama oder Allein unter Männern #1

Eigentlich wollte ich am Ende des Monats hier immer meine Eindrücke niederschreiben, wie es alleine mit zwei kleinen Prinzen ist. Tja, meine Abschlussfeier hat mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht :D Mein Gott, ich werde alt. Anders kann ich es mir nicht erklären! Sicher, mein Körper musste sich auch erst mal wieder daran gewöhnen, wie es so ist, Alkohol in der Blutumlaufbahn zu haben. Dennoch ist das kein Grund fast drei Tage deswegen mehr oder weniger flach zu liegen - grins. Wenn ich wenigstens bis zum Umfallen getrunken hätte, könnte ich das ja noch nachvollziehen, aber nur, weil man nach so langer Zeit mal bis morgens tanzen war, müssen einem Körper und Geist das doch nicht so quittieren. 
Na ja gut, nun werde ich diese Serie also wohl eher immer in der Mitte des Monats fortführen ;-)

Ja, ich bin nicht nur Veranstaltungskauffrau seit kurzem, sondern vor allem seit drei Monaten auch stolze Zweifach-Mama von zwei wundertollen Söhnen. Überraschung! Das hättet ihr jetzt nicht gedacht, oder? Woher auch, handelt doch nur jede 2. Post davon - haha.

Während ich hier schreibe, liegt mein kleines Milchmonster auf dem Bett und erzählt seinen Elfen- und Feenfreunden wie sein Tag bisher so war. Ich dachte, diesen Moment nutze ich mal, um die letzten Monate mit meinen Kids Revué passieren zu lassen.


Also: Wie ist es denn nun so mit zwei Kindern?


Ehrlich, ich hätte es mir mit zwei Kindern viel, viel stressiger vorgestellt. Aber mein kleines Milchmonster ist ein kleiner Strahlemann. Und mein Chaosprinz der allerbeste große Bruder, den man sich vorstellen kann. Sicher, es gab auch schon die eine oder andere Nacht, da hat das Milchmonster etwas rumgemosert oder den einen oder anderen Abend, da wollte er nicht gleich schlafen. Aber ingesamt überschaubar und ansonsten alles eher entspannt. Und selbst, wenn es mal in der Nacht laut wird, bekommt davon auch nur die Mama was mit. Der große Bruder verpennt die Geschichte. Das finde ich wirklich erstaunlich, immerhin schlafen wir hier im Familienbett!

Ich erinnere mich noch gut an die ersten Tage, als ich das allererste Mal alleine mit meinen beiden Lieblingsmenschen zu meiner Mama fahren wollte. Ich brauche nur in den Bus steigen, fahre 10min und bin mehr oder weniger da. Dennoch war ich irgendwie aufgeregt. Was, wenn mir der Große plötzlich über die Straße abzischt? Vielleicht auch, weil ich ihn schicke und nicht richtig auf den Verkehr geschaut habe, weil ich vom Milchmonster abgelenkt wurde? Was, wenn das Milchmonster im Bus anfängt zu quaken und der Chaosprinz sich zeitgleich auf den Hosenboden setzt und anfängt rumzubocken? Ein mulmiges Gefühl war schon dabei ...
Heute ist es eine Selbstverständlichkeit. Man gewinnt viel an Gelassenheit. Wenn das Milchmonster mal ein Konzert in der Bahn geben will, während ich mich aber gerade um den Chaosprinzen kümmern muss, dann gibt er eben sein Konzert. Hallo? Es ist immerhin kostenlos! Vielleicht kein Ohrenschmaus, aber umsonst. Was meinen Chaosprinzen angeht, konnte ich mich bisher stets auf ihn verlassen. Darauf bin ich richtig stolz! Schlägt er Zuhause vielleicht mal über die Strenge, weil er nicht weiß, wohin mit seiner Energie, ist er unterwegs immer konzentriert und bei der Sache.

Zwei Kinder haben mich noch zu einer Erkenntnis gebracht: Ein strukturierter Alltag ist irgendwo spießig, erleichtert aber Mama und Kindern den Alltag ungemein! Beim 1. Kind saß man manchmal bis mittags noch im Schlafanzug und war ungeduscht. Es herrschte eine gewisse Anarchie. Und das hatte was für sich, konnte man es irgendwie auch nicht richtig ändern, weil alles noch so neu und chaotisch war. Etwas von Freiheit und Ungebundenheit, obwohl man als Mutter wohl nicht wirklich davon sprechen kann. Aber sowas birgt auch großes Konfliktpotenzial. Vor allem schürt es Konflikte mit sich selbst.
Hier verschafft mir dieser strukturierte Alltag etwas, was ich eigentlich seit vier Jahren nicht mehr wirklich kannte: Freie Mama-Zeit am Abend! Mein großer Prinz war immer ein schwieriger Schläfer. Nicht das Schlafen an sich, sondern das Einschlafen war ein Problem. Ich hatte die Wahl: Entweder ich gehe mit meinem Sohn um 20 Uhr schlafen und bin dann meistens auch mit eingeschlafen, weil der es locker geschafft hat 1 - 1,5 Stunden zum Einschlafen zu brauchen oder er blieb solange wie ich auf. Seitdem der kleine Bruder aber ebenfalls um 20 Uhr in die Falle muss, ist das für meinen Großen (fast) auch gar kein Problem mehr. Spätestens ab 20:30 Uhr kann ich das tun, was Erwachsene tun - und sei es, sich mal auf die Couch zu lümmeln und "Games of Thrones" schauen. Eine Sache, die ich mit wachen Kind schlecht schauen konnte...


Sonntag, 19. Januar 2014

Serie: Das Leben als zweifache Jungs-Mama oder Allein unter Männern

Meine Lieben,

mir ist letztens erschreckenderweise aufgefallen, dass mit jedem Monat, mit jedem Jahr die schönen Momente des Lebens vom Kopf in eine Truhe gepackt, mit Schlössern, Tape und Ketten versiegelt und damit unauffindbar für einen selbst werden.

Gut, vielleicht etwas dramatisch geschrieben. Ab und an schafft es dann doch eine schöne Erinnerung aus diesen Truhen heraus. Meist dann, wenn sie in irgendeiner Weise mit einem aktuellen Ereignis in Verbindung steht oder einem alte Fotos in die Hände fallen.

Irgendwie schade ...

Ich möchte meinen Jungs später so gerne erzählen können, wie das damals war, als sie klein waren. Und ich möchte da keinen Unterschied machen müssen, nur weil ich bei dem einen in einer emotionalen Schieflage war, während ich bei dem anderen - schließlich lernt man aus Fehlern - mir ganz bewusst die Zeit genommen und alles Schlechte verbannt habe. Ich möchte ausgewogen beiden von schönen und nicht so schönen Zeiten erzählen können. Bekanntlicherweise bleiben unschöne Ereignisse einem aber irgendwie immer präsenter im Kopf haften.

So kam die Idee zu dieser Serie zustande. Ich möchte das alles gerne festhalten, wie ich das Leben mit meinen beiden kleinen Monstern erlebe, damit auch ich mich immer wieder daran erfreuen und mir bestimmte Momente wieder in den Sinn rufen kann :-) 

Und damit da auch eine Regelmäßigkeit hereinkommt, werde ich monatlich ein Resümee ziehen: Über die schönen, über die nicht so schönen und über alltägliche Dinge. Über meine Sorgen, über meine Freuden und über die grauen Haare die zwei Jungs im Leben ihrer Mama so hinterlassen.

Und ich freue mich gaaanz doll, wenn ihr Lust habt, uns dabei zu begleiten.


Herzallerliebst <3
Eure Rose