Wer ich bin

Mittwoch, 15. Januar 2014

Gedanken: Nur noch 8 Tage!



Da zittern selbst einer taffen "Alleskönnerin" (haha!) die Knie!

Ich kann noch gar nicht glauben, dass es 1 Jahr her ist. Ich saß in der Schule und uns wurde gerade die Möglichkeit erläutert, dass wir die Ausbildung auch um ein halbes Jahr verkürzen können. Für viele war es keine Option vom Praktikum direkt in die Prüfung zu gehen, nur bei wenigen stand bereits fest: "Ja, wir melden uns zur Winter-Prüfung 2013 / 2014 an!" Mir kommt es vor, als wäre es erst gestern gewesen ...

Keinen Monat später machte sich ein winziges, befruchtetes Ei auf den Weg, um Mamis Leben ein wenig auf den Kopf zu stellen. Das sollte nicht nur irgendeine Abschlussprüfung werden. Oh nein! Das sollte eine Abschlussprüfung unter besonderen Stressfaktoren werden! In der Zeit schlief mein Blog ziemlich ein, weil ich nicht wusste, was ich tun sollte. Aber eine Abtreibung war irgendwie auch nie wirklich eine Option.



Dieser Moment, wenn das gestillte Baby neben dir einschläft und im Schlaf lächelt!


Dieser Moment, wenn du deinem Baby ein Lied vor singst und es dich erstaunt anlacht!


Glück pur!


Aber als der junge Mann da war, reifte in mir kurzzeitig der Gedanke, ob ich die Prüfung nicht verschieben sollte. Regulär wäre ich eh erst diesen Sommer dran, ich hätte also zeitlich nichts verloren. Ich fühlte mich irgendwie nicht in der Lage dazu, die Prüfung zu schreiben. War ich doch schließlich auch nicht so gut vorbereitet, wie ich das gerne gewollt hätte. Aber die letzten Wochen vor der Entbindung waren anstrengend. Und nach der Entbindung musste sich hier erst mal alles einpendeln und der Kindesvater auf die Ersatzbank verfrachtet werden. Verständlich, dass er seinen Sohn gerne jeden Tag sehen wollte, aber ich brauchte Ruhe, um wenigstens noch etwas lernen zu können. Es ist eben nicht einfach, mit einer Frau ein gemeinsames Kind zu haben, mit der man nicht zusammen ist und auch nie war. Umgekehrt aber genauso.

Ich überlegte also hin und her - zur Prüfung nicht antreten? Dagegen stand natürlich, dass ich das Prüfungsgeld auch im Falle einer Krankschreibung zahlen müsste. 220 EUR sind schon eine Stange Geld. Ich hätte immer die Prüfung im Nacken und könnte die Elternzeit mit meinen Kindern gar nicht richtig genießen. Schlussendlich hätte es auch keinen Nachteil, wenn ich die Prüfung im ersten Anlauf nicht schaffen würde. Dann wäre ich eben an der ursprünglichen Ausgangssituation und würde sie diesen Sommer absolvieren. Und das Prüfungsgeld wäre dann nicht ganz für die Katz', denn ich könnte zumindest sagen: "Ich habe es versucht!" Und Versuch macht ja bekanntlich klug.

Also fiel die Entscheidung: No risk, noch fun! Oder so ähnlich ;-) Ich hatte nichts zu verlieren. Ich konnte nur gewinnen. Zeit für meine Kinder und Geld. Und so saß ich also drei Wochen nach der Geburt vom Milchmonster in der schriftlichen Prüfung. 

Zu meiner Überraschung habe ich die schriftliche Prüfung bestanden und das nicht mal sooo schlecht :-) Ich muss in keinem Fach mündlich nachgeprüft werden. Warum sollte man einen 2er-Absolventen auch nachprüfen!? ;D Und jetzt? Jetzt will ich das Ding natürlich rocken und meine Ausbildung abschließen!

Dafür fehlt aber noch die mündliche Prüfung - und die findet in 8 Tagen statt. So langsam rutscht mir da das Herz schon in die Hose. Während beim schriftlichen Teil kein Druck dahinter war, weil ich nichts wirklich zu verlieren hatte, mache ich mir dieses Mal natürlich eine Menge Druck, denn ICH WILL DAS SCHAFFEN! Und wenn mich mein Ehrgeiz packt, dann packt er mich richtig. Aus diesem Strudel komme ich dann nicht mehr so einfach heraus. Jetzt ist es nicht mehr "irgendwie einigermaßen die Prüfung schaffen", sondern jetzt heißt es, dass ganze mit Erfolg zu beenden!

Gibt es hier eigentlich vielleicht Mamis (oder auch Papis), die in einer ähnlichen Situation gesteckt haben oder vielleicht noch mittendrin sind? Mir schwebt da eine Wochenserie vor und dafür bräuchte ich Interessierte, die ihre Eindrücke während dieser Zeit mit der Nachwelt teilen!  Vielleicht machen wir damit der einen oder anderen verzweifelten Seele ja auch Mut. Denn Ausbildung und Kinder müssen sich nicht ausschließen!

Wenn ihr Lust habt, dann schreibt mich doch bei Facebook an oder kommentiert den Post. Irgendwie finden wir dann schon zusammen :-)

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